Die Hypospadie ist eine angeborene Erkrankung, bei der sich die Öffnung der Harnröhre (der Kanal, durch den der Urin aus dem Körper ausgeschieden wird) an einer ungewöhnlichen Stelle des Penis befindet und nicht an der Spitze.
Was ist das?
Die Hypospadie ist eine angeborene Erkrankung, bei der sich die Öffnung der Harnröhre (der Kanal, durch den der Urin aus dem Körper ausgeschieden wird) an einer ungewöhnlichen Stelle des Penis befindet und nicht an der Spitze. Befindet sich die Harnröhrenöffnung auf der Eichel (auch wenn nicht an der Spitze), spricht man von einer glandulären Hypospadie; befindet sie sich am Hodensack, spricht man von einer perinealen Hypospadie.
Diese Erkrankung betrifft 1 von 300 Jungen, kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und verschiedene Abschnitte der Harnröhre betreffen.
Die Behandlung der Hypospadie kann je nach Schweregrad der Fehlbildung und den individuellen Bedürfnissen des Kindes variieren. Die Beratung durch einen Spezialisten für Kinderurologie ist entscheidend, um in jedem einzelnen Fall den am besten geeigneten Behandlungsplan festzulegen.
Ursachen
Was sind die Ursachen der Hypospadie?
Die genauen Ursachen der Hypospadie sind nicht bekannt, man geht jedoch davon aus, dass eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Zu den Faktoren, die zur Entstehung einer Hypospadie beitragen könnten, gehören:
- Genetische Faktoren
Es besteht eine genetische Komponente bei der Hypospadie. Studien haben gezeigt, dass Kinder, deren Elternteil an einer Hypospadie erkrankt war, ein leicht erhöhtes Risiko haben, dieselbe Erkrankung zu entwickeln. - Hormonelle Faktoren
Einige hormonelle Ungleichgewichte während der fetalen Entwicklung könnten die korrekte Ausbildung der Harnröhre beeinträchtigen. Sexualhormone wie Testosteron spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane. - Umweltfaktoren
Einige Umweltfaktoren, wie die Exposition gegenüber chemischen Substanzen während der Schwangerschaft, könnten eine Rolle spielen. Allerdings ist noch nicht vollständig geklärt, welche Substanzen oder Umweltfaktoren dazu beitragen können. - Probleme im Zusammenhang mit dem fetalen Wachstum und der Entwicklung
Anomalien beim Wachstum und bei der Entwicklung des Penis während der Schwangerschaft können zu einer Hypospadie führen.
Die Symptome
Welche Symptome hat eine Hypospadie?
Die mit einer Hypospadie verbundenen Symptome und Anzeichen können je nach Schweregrad der Erkrankung variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Ungewöhnliche Lage der Harnröhrenöffnung: Das Hauptmerkmal der Hypospadie ist die atypische Position der Harnröhrenöffnung. Diese Öffnung kann sich am Penisschaft oder an anderen ungewöhnlichen Stellen befinden.
- Krümmung des Penis: In einigen Fällen einer Hypospadie kann der Penis eine Krümmung aufweisen, die als Chordee bezeichnet wird. Diese Krümmung kann während der Erektion auftreten und die sexuelle Funktion beeinträchtigen.
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen: Je nach Lage der Harnröhrenöffnung kann der Urinstrahl von der normalen Richtung abweichen. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen, einem unregelmäßigen Harnstrahl und zu Blasenentzündungen führen.
- Nicht normal entwickelte Vorhaut: In einigen Fällen kann sich die Vorhaut (die Haut, die die Eichel bedeckt) nicht normal entwickeln oder gespalten sein, abhängig von der Position der Harnröhrenöffnung.
Es ist zu beachten, dass die Ausprägung der Symptome stark variieren kann. In einigen Fällen kann eine Hypospadie mit geringen oder nahezu keinen Beschwerden verbunden sein, während bei schwereren Formen Komplikationen auftreten können, die einen korrigierenden chirurgischen Eingriff erforderlich machen.
Die Diagnose
Wie wird die Diagnose einer Hypospadie gestellt?
Die Diagnose einer Hypospadie erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung durch einen spezialisierten Arzt, wie einen Urologen oder Kinderchirurgen. Die Diagnose kann auch durch bildgebende Untersuchungen bestätigt werden.
Im Folgenden werden einige typische Schritte im Diagnoseprozess der Hypospadie aufgeführt.
- Körperliche Untersuchung
Der Arzt untersucht den Penis des Neugeborenen oder Kindes sorgfältig, um die Position der Harnröhrenöffnung festzustellen. Bei einer Hypospadie kann sich die Öffnung an der Unterseite des Penis, am Penisschaft oder in der Nähe der Peniswurzel befinden. - Bildgebende Untersuchungen
In einigen Fällen kann der Arzt bildgebende Untersuchungen wie eine Miktionszystourethrografie (MCUG) oder eine Ultraschalluntersuchung anfordern, um die Länge der Harnröhre und die Position der Harnröhrenöffnung zu beurteilen. Diese Untersuchungen können helfen, den Schweregrad der Hypospadie zu bestimmen und die Behandlung festzulegen. - Hämatologische Untersuchung
In einigen Fällen kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um die Hormonspiegel zu überprüfen, insbesondere wenn ein Zusammenhang mit hormonellen Störungen während der Entwicklung vermutet wird. - Familienanamnese
Der Arzt kann Informationen zur Familienanamnese erheben, um festzustellen, ob in der Familie bereits Fälle von Hypospadie aufgetreten sind.
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um die Behandlung zu planen und den geeigneten Zeitpunkt für eventuelle korrigierende chirurgische Eingriffe festzulegen.
Die Therapie
Welche Behandlung gibt es bei einer Hypospadie?
Die chirurgische Korrektur der Hypospadie wird im Allgemeinen empfohlen. Die Art des Eingriffs hängt von der Position der Harnröhrenöffnung und von weiteren fallspezifischen Faktoren ab.
Das Hauptziel der Behandlung besteht darin, die anatomische Fehlbildung der Harnröhre zu korrigieren und die Harnröhrenöffnung an die richtige Position zu verlagern.
Es gibt verschiedene chirurgische Techniken, deren Auswahl vom Schweregrad der Hypospadie und von der Präferenz des Chirurgen abhängt. Zu den chirurgischen Verfahren gehören unter anderem die Urethroplastik mit Vorhautgewebe sowie die Verwendung von Mundschleimhaut oder Amnionmembranen zur Rekonstruktion. In einigen Fällen kann der chirurgische Eingriff bereits im Säuglings- oder Kindesalter durchgeführt werden, während er in anderen Fällen erst in einem späteren Alter geplant wird.
Die Behandlung der Hypospadie erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Kinderchirurgen bzw. dem Kinderurologen und den Eltern des Kindes. Die Familien sollten durch ausführliche Informationen über den Eingriff, die postoperative Phase und die langfristigen Erwartungen unterstützt werden.
Die postoperativen Komplikationen nach einem Eingriff wegen Hypospadie sind im Wesentlichen drei: die Stenose des rekonstruierten äußeren Harnröhrenmeatus, die Harnröhrenfistel und die Dehiszenz der Eichel. In seltenen Fällen können sich entlang der rekonstruierten Harnröhre Divertikel bilden.
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