Herausgegeben von Elisa Galmarini
Das Phänomen der Antibiotikaresistenz ist ein Thema von großem Interesse für die wissenschaftliche Gemeinschaft, da es eine ernsthafte Bedrohung auf globaler Ebene darstellt. Aus diesem Grund setzen immer mehr Länder erhebliche Ressourcen für die Entwicklung von Kampagnen ein, die darauf abzielen, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren, und engagieren sich, um angemessene Richtlinien zu definieren.
Mit dem Begriff Antibiotikaresistenz bezeichnet man das Phänomen, bei dem Bakterien Resistenzmechanismen gegenüber gängigen Antibiotika entwickeln, die dadurch für die Behandlung von Infektionen, die durch resistente Bakterienstämme verursacht werden, unwirksam werden. Die Folgen dieses Phänomens sind erheblich und dazu zählen die Entwicklung von Chronifizierungen, ein erhöhtes Risiko und eine größere Schwere von Komplikationen, eine steigende Zahl von Krankenhausaufenthalten, höhere Kosten für das Gesundheitssystem sowie eine erhöhte Sterblichkeit.
Die Entwicklung von Resistenzen seitens der Bakterien wird hauptsächlich durch einen Missbrauch bei der Verabreichung und Einnahme dieser Medikamente verursacht.
Zu den Risikoverhaltensweisen gehören:
- Verschreibung von Antibiotika, ohne zuvor den für die Infektion verantwortlichen Bakterienstamm durch weitere Untersuchungen (Blutuntersuchungen, Urinuntersuchungen usw.) identifiziert zu haben.
- Verschreibung von Breitbandantibiotika.
- Verschreibung von Antibiotika zur Behandlung von Grippesymptomen wie Husten, Fieber und Schnupfen.
- Einnahme von Antibiotika ohne vorherige Konsultation des Hausarztes.
- Einnahme von Antibiotika über einen längeren oder kürzeren Zeitraum als vom Arzt angegeben und/oder in einer anderen Dosierung als der verschriebenen.
- Abbruch der Antibiotikatherapie beim Verschwinden der Symptome und/oder sobald Verbesserungen bemerkt werden.
Zusätzlich zu den soeben aufgeführten Faktoren gibt es einige Ursachen, die unabhängig von der Verabreichung und Einnahme durch den Menschen sind, nämlich der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft und/oder Tierhaltung sowie eine unsachgemäße Entsorgung dieser Medikamente.
Die wichtigsten Erreger von Harnwegs-, Lungen- und nosokomialen Infektionen (darunter Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und Staphylococcus aureus) erweisen sich in vielen Fällen als unempfindlich gegenüber den bisher eingesetzten Antibiotikatherapien und führen sehr häufig zur Entstehung chronischer Infektionen bei den Patienten, wodurch ihre Lebensqualität beeinträchtigt wird; aus diesem Grund ist es notwendig, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren und zu fördern, welche richtigen Verhaltensweisen anzuwenden sind.
Obwohl es sich um ein Problem von globalem Interesse handelt, steht Italien in der Europäischen Union an erster Stelle, was die mit dem Phänomen der Antibiotikaresistenz verbundenen Todesfälle betrifft; laut ANSA ereignen sich nämlich von 33.000 Todesfällen pro Jahr aufgrund antibiotikaresistenter Bakterien etwa 10.000 in Italien (ANSA, 2019).
