Was ist eine Zystitis?

Eine Zystitis oder Blasenentzündung ist eine Entzündung der Harnwege (die Endung –itis beschreibt immer eine Entzündung, wie z.B. Gastritis, Faringitis, Tonsillitis u.s.w.) Es handelt sich um eine extrem häufige Erkrankung, die an zweiter Stelle nach den Infektionen der Atemwege steht (worunter die klassischen Erkältungen und alle Formen grippaler Infekte gemeint sind).

 

Wer sind die Betroffenen?

Die Blasenentzündung befällt Erwachsene ebenso wie Kinder und Senioren. Im gebärfähigem Alter sind die Frauen am häufigsten betroffen. Wo hingegen es in der frühen Kindheit und im Alter kaum epidemiologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. In der Tat ist die Wahrscheinlichkeit eine Zystitis zu entwickeln bei Kinder, aufgrund der Unreife der Harnwege und bei Senioren aufgrund des Anstiegs der Prostataerkrankungen, unabhängig vom Geschlecht, gleich groß.

 

Die Symptome

Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr individuell. Die häufigsten sind:

  • Dysurie (Schwierigkeiten zu urinieren)
  • Strangurie (Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Tenesmus (Gefühl einer schweren Blase und das Gefühl dauernd urinieren zu müssen auch wenn man gerade eben auf der Toilette war)
  • Hämaturie (Blut im Urin)

Weniger häufige Symptome sind:

  • Durchfall
  • Schmerzen in den Beinen
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Erschöpfung

Die Ursachen

Blasenentzündungen können verschiedene Ursachen haben. Das sind die häufigsten:

  • Infektiöse Ursachen (Bakterien, Viren oder Pilze). In diesem Fall handelt es sich um eine Harnwegsinfektion (HWI).
  • Entzündliche Ursachen (Bakterien sind nicht vorhanden). In diesem Fall redet man von einer nichtbakteriellen Zystitis, das heisst, eine Entzündung die nicht von pathologischen Keimen verursacht wurde, sondern von irritierenden Faktoren für die Harnwege: zu viel Säure im Urin, in der Nahrung oder in den Getränken, Oxalate oder Kristalle im Urin (diese kratzen an den Wänden der Blase und der Harnröhre), u.s.w.
  • Dann gibt es Fälle, in denen eine (auch sehr massive) Anwesenheit von Bakterien keine Entzündung hervorruft. In diesem Fall spricht man NICHT von Zystitis, sonden von einer asyntomatischen Bakteriurie, was bedeutet, dass man sie nicht behandeln muss, außer in ganz seltenen Fällen, weil sie keine Schäden anrichten und keine Symptome hervorrufen.
  • In diese letzte Kategorie der Zystitis fallen alle jene Krankheitsbilder die fälschlicherweise als Zystitis eingestuft werden, wie eine Zystitis behandelt werden, da sie es aber nicht sind heilen sie auch nicht mit den traditionellen Therapien. In diesen Fällen hat die Blase keine Probleme und der Harn ist perfekt. Zu diesen Kategorien gehören die Vulväre Vestibulitis, die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur, die Becken Neuropathie, die Pudendusneuralgien, die chronischen Unterbauchsschmerzen, die interstitielle Zystitis. Es scheint fast unwahrscheinlich, aber die meisten “Zystitisbeschwerden” gehören dieser Kategorie an. Die verfehlte Diagnose dieser Beschwerden (leider sehr frequent, weil sie der Klassischen Medizin unbekannt sind) führt zur dauernden und unnützen Einnahme von Antibiotika, zu Dutzenden von unbefriedigenden ärtzlichen Visiten, zur Degeneration und Chronizität eines Problems, das sich in kurzer Zeit lösen würde, wenn es gleich erkannt würde.

Der Verlauf der wiederkehrenden Blasenentzündungen

Der klassische Weg den Menschen, die an wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden, gehen ist folgender: Ausbruch der ersten Blasenentzündung, Antibiotikum, erneute Blasenentzündung, erneute Antibiotikaeinnahme, das Immunsyatem wird geschwächt, die gesunde Bakterienflora von Darm und Vagina wird zerstört, wieder Einnahme von Antibiotika und Antipilzmitteln. Es findet eine Sensibilisierung der Vulva- und Vaginaschleimhaut statt, was Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zur Folge hat, weitere Blasennentzündungen mit sich bringt, die wiederum erneute Antibiotikaeinnahmen mit sich ziehen. Die Schlaufe scheint unendlich zwischen Arztvisiten, invasiven Untersuchungen, Fachvisiten, finanziellen Verlusten, unerfüllten Erwartungen, immer häufigeren Blasenentzündungen bis hin zum dauerhaften Schmerz auch in Gegenwart von sterilem Urin.
Es entsteht ein Teufelskreis der sich von selbst ernährt und die Zystitis wird nur ein Syntom eines verlorenen Gleichgewichtes.
Eine Zone die sich wiederholt entzündet, entwickelt neue Nervenfasern, die der Erkennung von Schmerzen, Kälte, Hitze und Säure dienen. Das hat zur Folge, dass jede Stimulation vergrössert wird und Dinge, die einer Frau mit einer gesunden Blase nichts ausmachen würden, bei jemanden der an wiederkehrenden Blasenentzündungen leidet, Schmerzen hervorruft. Deswegen werden Elemente die es sonst nicht wären, irritierend: eine saure Ernährung, ein Lebensmittel reich an Oxalaten, Abfallprodukte die durch die Nieren ausgeschieden werden, Getränke mit Kohlensäure, Alkohol, Kälte, ein konzentrierter Urin, eine sehr geringe Keimbelastung u.s.w. Aus diesem Grund ist es möglich, dass auch in Abwesenheit von Bakterien, die Symptome einer Harnwegsinfektion vorhanden sein können.
Die wiederholten Schmerzen und die Angst davor, lösen einen Verteidigungsmechanismus aus, welcher macht, dass sich die Beckenbodenmuskulatur anspannt. So wie am Ende des Harnlassens der Schmerz ein Zusammenziehen der Muskulatur zur Folge hat, welcher den Urinfluß unterbricht, gleichermassen tendiert man unbewusst und unfreiwillig die Muskulatur ständig anzuspannen.

 

Die Zystitis als Konsequenz der Anspannung der Beckenbodenmuskulatur

Der Beckenboden ist wie eine horizontale Hängematte, durch die die Harnröhren ( die “Schläuchlein” welche die Blase mit der Aussenwelt verbinden), der Vaginalkanal, das Rektum, die Nerven, die Blutgefäße, durchgehen.
Durch die Anspannung der Beckenbodenmuskulatur wird die Harnröhre zusammengedrückt, sodaß der Harnfluß erschwert und geschwächt wird. Das unvollständige Entleeren der Blase und der Harnstau geben den Bakterien vermehrt Zeit, sich zu reproduzieren.
Die verspannte Muskulatur erzeugt während dem Geschlechtsverkehr vermehrt Reibung, was Schmerzen (Dyspareunie) und Microlesionen der Scheidenschleimhaut verursacht. In diesen kleinsten Verletzungen nisten sich die Bakterien (fast immer aus dem Darm kommend) ein und vermehren sich, da sie ein ideales Milieu vorfinden (in einer intakten Schleimhaut ist das weniger möglich). Von da aus beginnen die neuen Kolonien die nahe Harnröhre zu erobern um bis in die Blase vorzudringen. Dafür brauchen die Erreger ca. 24 bis 72 Stunden. Das erklärt, warum die sogenannte Flitterwochenzystitis (oder postcoitale Zystitis) ein, zwei oder drei Tage nach dem Verkehr auftritt.
Die Nerven, welche unsere Uro-Genitalorgane befehlen und den Schmerz ans Gehirn weiterleiten, sind durch die Anspannung der Muskeln und durch die Überstimulierung der chronischen Entzündung überfordert und senden veränderte Botschaften: akuter Schmerz (auch in Abwesenheit realer Störfaktoren), Völlegefühl der Blase auch wenn sie leer ist, häufiger Harndrang, Jucken im Genitalbereich.
Der angespannte Enddarmbereich wird die Darmentleerung erschweren. Die Ansammlung von großem und hartem Kot wird die Nerven und die angespannte Muskulatur noch weiter reizen.
Die zusammengepreßten Blutgefäße erlauben Blase und Genitalorganen keine ausreichende Ernährung und Sauerstoffversorgung, was sie zu schwachen, irritierten und entzündungsanfälligen Organen macht. Zusätzlich haben die Blutgefäße die Aufgabe alle lokalen Abfallprodukte zu sammeln und sie zu den Filtern (wie z.B. der Leber) zu bringen, welcher sie unter den gegebenen Umständen nicht mehr nachkommen können und die Ansammlung der Schadstoffe verschlechtert den Zustand des Organs.
So wird verständlich, wieso die Antibiotikaterapie nicht greifen kann, da sie ja nur eines der Symptome des aus dem Gleichgewicht geratenen Beckenbereiches bekämpft (die Bakterien). Gleichzeitig erschafft sie die idealen Bedingungen damit sich die nächste wiederkehrende Harn- und Vaginaentzündung (häufig treten diese zusammen auf) ausbreiten kann.

 

Behandlung der Zystitis

Tradizioneller Therapieansatz

Der tradizionelle Therapieansatz ist grundsätzlich zerstörerisch, da er die in der Blase und Vagina vorhandenen Bakterien vernichtet. Leider zerstört er nicht nur die krankmachenden Bakterien, sondern auch die für den Körper wichtigen Bakterien und andere Zellen. Gleichzeitig wird auch das Immunsystem geschwächt, was die Möglichkeit von erneut auftretenden Rückfällen erhöht.
Ein effizienterer Ansatz sollte aufbauend sein, das geschwächte Immunsystem stärken und verschiedenen Aspekte berücksichtigen, damit der bestehende Teufelskreis unterbrochen wird.

Ein therapeutischer Ansatz, welcher die rezidivierende Zystitis vorbeugt, sie auf natrürliche Weise und komplett behandelt.

  • D-Mannose einnehmen. Das ist ein Zucker, aus der Rinde von Laubbäumen (wie Lärche) gewonnen, der sich an die Füßchen der Bakterien bindet und somit verhindert, dass sich diese an den Wänden der Blase anhaften. Ohne diese Anhaftung bildet sich keine Entzündung. Ohne Entzündung entsteht kein Schaden an der Blase und ohne Schaden gibt es keine Syntome. In diesem Fall verwandelt sich die Zystitis in eine Bakteriurie, mit unschädlichen, frei im Urin fluktuierenden Keimen, welche dann mit dem Urin ausgeschieden werden
  • Die verkrampfte Muskulatur entspannen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: man kann synthetische Muskelrelaxtantien einnehmen und/oder natürliche Mittel einsetzen wie: Magnesium, Wärmezufuhr über warme Bäder, Termalbäder, Wärmflaschen, wollene Unterwäsche u.a.m. Die intravaginalen Massagen, von erfahrenen Professionisten des Gesundheitswesens ausgeführt, das Hata Yoga, die Kegelübungen (wobei man die Zeiten der Entspannung erhöht und die der Kontraktionen verringert), die Zwerchfellatmung, die TENS (Transcutaneous Electrical Nerve Stimulato, wirkt gegen die Schmerzen) und die SEF.
  • Während des Geschlechtsverkehrs ein vaginales Gleitmittel verwenden um die Reibung und die Microlesionen zu vermeiden. Viele der im Handel erhältlichen Produkte sind jedoch sehr irritierend für die zarte Vaginalschleimhaut.
  • Regulierung der Darmfunktion und Ausgleich der Dysbiose durch Milchsäurebakterien, eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Wasserzufuhr und tägliche Bewegung.
  • Wiederherstellung der Vaginalflora durch Anwendung vaginaler Laktobazillen. Das Intimwaschmittel mit D-Mannose ist natürlich und enthält Mannose und Weichmacher, heilende und lindernde Eigenschaften. Eine alternative Lösungsmöglichkeit ist das Einführen von Scheidenzäpfchen oder noch einfacher wäre Naturyogurt ohne Zuckerzusatz.
  • Die Intimwaschmittel nur für die Analzone nach dem Stuhlgang verwenden, für den Genitalbereich reines Wasser bevorzugen. Auch das natürlichste Waschmittel verändert den Ph- Wert der Vagina und riskiert das Überleben der nützlichen Bakterien. Das mechanische Waschen schwemmt automatisch die verbleibende Darmflora aus, ebenso wie die wichtigen Vaginalsekrete, die reich an antibakteriellen Substanzen sind, was wiederum an das Gehirn die Botschaft sendet, dass zuwenig Sekret vorhanden ist, was zur Folge hat, dass der Körper mehr Sekret produziert. Diesem Sekret fehlt allerdings die wohltätige Wirkung der nützlichen Laktobazillen, sodass das Sektret stärker und markanter riecht. Folglich je mehr man sich wäscht, desto stärker wird das Bedürfniss es zu wiederholen (mit grosser Befriedigung der Hersteller dieser Intimprodukte.
  • Syntetische Binden und Slipeinlagen mit jenen aus Baumwolle ersetzen (waschbar oder zum einmaligen Gebrauch) und/oder ein Divacup benutzen. Die syntetischen Einlagen lassen die Haut nicht atmen, weichen sie auf und fördern das Wachstum der pathogenen Keime. All dieses steigert den vaginalen Ausfluss und wie bei den Waschmitteln erhöht die Benutzung der syntetischen Binden und Slipeinlagen das Bedürfnis diese zu gebrauchen (Lines bedankt sich!)
  • String-Tanga beseitigen, syntetische und farbige Unterwäsche, enge Hosen oder im Schritt zu eng anliegene Kleidungsstücke vermeiden, da sie durch die Reibung und das Einzwängen die delikaten Schleimhäute irritieren.
  • Beseitigen Sie die Hormontherapie Estrogen-Gestagen ( die Pille, Pflaster, Spirale, Ring uws.) und bevorzugen sie natürliche Methoden wie: das Kondom, die fruchtbaren Tage messen, den Baybycomp, Ladycomp und Pearly. Die synthetischen Hormone verändern den Ph-Wert der Scheide, behindern das Überleben der Laktobazillen, erhöhen die Trockenheit der Scheide, verringern die Bildung der Sekrete, welche wichtige natürliche antibakterielle Substanzen enthalten. Sie erhöhen die Gefahr von Microlesionen während dem Geschlechtsverkehr, fördern Candidainfektionen und von Darmbakterien (um nur die Schäden des Uro-Genitalbereiches zu nennen, aber das sind nicht die einzigen und auch nicht die Schlimmsten).

 

Meine Heilung

Durch Befolgen dieses therapeutischen Ansatzes habe ich es geschafft meine chronische Zystitis definitiv zu besiegen. Meine letzte Zystitis hatte ich im Januar 2006, ein Datum das ich nie vergessen werde, weil es meine Neugeburt darstellt. Seit damals setze ich mich dafür ein, dass meine Erfahrung als Beispiel und Hilfe allen Frauen, die an dieser quälenden Störung leiden, zugänglich gemacht wird.
Die Informationen, die ich auf den verschiedenen Webseiten fand, schienen mir unzulänglich und manchmal auch nicht korrekt. Die unterschiedlichen Foren die ich konsultiert habe ließen mich unbefriedigt und mit dem Gefühl, dass sie keine Kontinuität hatten und keinen roten Faden.
So habe ich mich entschieden eine Webseite ausschließlich für die Zystitis einzurichten, einen Verband  und ein entsprechendes Forum, wo die Informationen nach Themen organisiert sind, und wo unter den Frauen eine Vertrautheit entstehen kann, damit die eingeschriebenen Mitglieder sich über ihre Beckenprobleme austauschen und trösten können. Frei von ungerechten sowie schädlichen Vorurteilen, mit denen die Gesellschaft sehr subtil die weibliche Sexualität und alles, was diese sehr wichtige anatomische Zone betrifft, tabuisiert.

Geschrieben von Rosanna Piancone