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rosanna 400Rosanna Piancone litt jahrelang ein Mal im Monat unter Zystitis. Übliche Therapien - Antibiotika und Preiselbeeren - verschlimmerten die Beschwerden. Also machte sie sich selbst kundig auch im Ausland: Seit I2 Jahren ist sie beschwerdefrei. Über die Zystitis informiert sie über sich, ihre Erkenntnisse und ermöglicht einen Austausch.

causeNicht die Bakterien, sondern die Faktoren, dank derer sie in die Blase gelangen, müssen bei der Behandlung einer Blasenentzündung im Fokus stehen, erklärt die Krankenschwester Rosanna Piancone, die von der Betroffenen zur Expertin in dieser Sache wurde.

 

Glykosaminoglykane (GAG)

Glykosaminoglykane (GAG), aus denen die körpereigene Schutzschicht der Blaseninnenwand gebildet wird, sorgen dafür, dass Bakterien und andere irritierende Substanzen nicht auf die sensible Blasenwand treffen. Ist diese Schutzschicht beschädigt – aufgrund eines genetischen Defektes oder ständiger Entzündungen - müssen GAG über Präparate zugeführtwerden, um die Blaseninnenwand zu stärken.

 

Scheidenflora im Ungleichgewicht

batteri buoni cattiviDie bakteriellen Erreger einer Blasenentzündung können auch aus der Scheide in die Blase gelangen. Die Scheidenflora besteht aus ,guten" Bakterien - Laktobazillen – und ,,bösen" Bakerien - E-Coli, Kebsiella oder Enterokokken -, die sich in einem perfekten Gleichgewicht befinden. Nehmen die Laktobazillen allerdings ab, gewinnen die kankmachenden Bakterien die Oberhand und dringen auch in umliegende Organe ein. Aufschluss über den Zustand der Scheidenflora gibt der ph-Wert: Laktobazillen erzeugen nämlich Milchsäurebakterien und folglich ein saures Milieu. Ein ph-Wert zwischen 3,5 und 4,5 zeugt von genügend Laktobazillen, ein Wert von über 5 hingegen von zu wenig - sie müssen dann zugeführt werden. Der ph-Wert kann mit einem einfachen Stick selbst gemessen werden.

 

Intimhygiene

Es klingt vielleicht verstörend, aber die beste Hygiene ist jene ohne Seife. Die gängigen Intimpflegeprodukte schädigen nämlich die ,,guten" Bakterien und die Scheidenflüssigkeit, die verschiedenste Substanzen zur Bekämpfung von Krankheitserregern enthält. Damit rauben sie dem Körper einen wichtigen Schutz gegen Krankheitserreger. Auch feuchte Handtücher sind ein Sammelbecken für Bakterien. Benutzen Sie deshalb für die Intimhygiene am besten saugfähiges Küchenpapier.

 

Kleidung

Synthetische und stark gefärbte Wäsche irritieren die Haut, ebenso enge Hosen und Monatsbinden. Greifen Sie deshalb lieber zu Wäsche aus Baumwolle, in neutraler Farbe und möglichst zu waschbaren Baumwollbinden.

 

Geschlechtsverkehr

malattie sessualmente trasmesseWeil beim Geschlechtsverkehr Bakterien in die Harnröhre gelangen können, wird die Blasenentzündung auch augenzwinkernd Flitterwochen - Blasenentzündung genannt - weil vor allem junge und sexuell aktive Frauen häufig darunter leiden. Auch bei unzureichender Befeuchtung der Scheide und/oder mangelnder Erregung kann Geschlechtsverkehr eine Blasenentzündung verursachen: In den dabei häufig entstehenden kleinen Verletzungen finden Bakterien ein ideales Feld, um sich anzusiedeln und zu vermehren. Deshalb tritt eine Entzündung oft 24bis 48 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr auf. Ein Gleitmittel und/oder die Einnahme von D-Mannose (eigene Meldung) für 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr können Abhilfe schaffen.

 

Säurewert des Harnes

Ein erhöhter Säurewert des Harnes schädigt die Harnwege. Deshalb muss der Harn alkalisiert also der ph-Wert erhöht, werden - durch Mineralsalze wie Magnesium, Kalium und Bicarbonat, am besten in Form von Citraten, da diese die Bildung von Kristallen, Steinen und Ablagerungen verhindern.

 

Harnstau oder Restharn

Harnstau oder Restharn in der Blase: Wird die Blase nicht vollständig entleert, finden Bakterien im verbliebenen Restharn einen idealen Nährboden. Ein Harnstau kann körperliche Ursachen haben, aber auch ,,selbst verschuldet" sein: Um nicht öffentliche WCs benutzen zu müssen, schieben viele den Toilettengang auf, um sich im eigenen stillen Örtchen zu erleichtern. Das fördert die Bakterien in der Blase. Diese kommen nicht von außen, sondern vom eigenen Körper, dem Analbereich oder der Scheide. Viel trinken hilft dabei, die Blase konstant durchzuspülen und einen Harnstau zu verhindern.

 

Verspannter Beckenboden

pavimento pelvico muscoliDer Beckenboden besteht aus mehreren Muskelschichten, die die Körperöffnungen umschließen. Sind diese Muskeln verspannt überträgt sich das auf Harnröhre, Scheide und Aftet die in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Die Folge sind Schmerzen beim
Geschlechtsverkehr Harnverhaltung und Verstopfung. Linderung verschafft eine aktive Entspannung des Beckenbodens durch Massagen, Wärmeanwendungen oder Magnesiumgaben.

 

Wechseljahre

Der Östrogenmangel führt häufig zu Beschwerden im Vaginal-bereich, die Schleimhäute im Genital- und Urinal-bereich werden anfälliger für Infektionen. Die Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichtes, die Erhöhung des vaginalen ph-Wertes und die Unterstützung der vaginalen Mikroflora durch Laktobazillen können Abhilfe schaffen. Dafür gibt es bioidentische Hormone, Vaginalcremes und entsprechende Milchsäureprodukte.

 

Andere auslösende Faktoren

Kälte, Hitze, Schwimmbad – und Meeresaufenthalte, Reisen, Sport Ernährung, Menstruationszyklus, Dehydrierung können weitere Ursachen sein. Das Zusammentreffen mehrerer Faktoren sorgt für immer wiederkehrende Entzündungen. Diese Faktoren zu erkennen, hilft Entzündungen zu vermelden.

 

Von Dolomiten Samstag 13 Mai 2017

prurito vaginale candidaVor allem Frauen können ein Klagelied davon singen: Brennen beim Wasserlassen, ständiger Harndrang, Schmerzen im Unterleib - Blasenentzündung! Antibiotika und Preisel-beeren sind keine Lösung, sagt die Krankenschwester Rosanna Piancone, gebürtig aus Como, aber seit Jahren wohnhaft in Bozen. Als Betroffene wurde sie zur Expertin in eigener Sache und plädiert nun dafür, die Ursachen der Entzündung zu bekämpfen, nicht die auslösenden Bakterien.

Jede zweite Frau kennt Blasenentzündungen (Zystitis). Männer sind deutlich weniger häufig betroffen, weil deren Harnröhre länger ist, außerdem liegt die der Frau näher an Scheide und Darmausgang. Und von dort gelangen Bakterien leichter in die Blase. Sie sind verantwortlich für eine Form von Blasenentzündung. Daneben gibt es aber noch andere Ursachen. “Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es so schwierig ist, das Problem an der Wurzel zu packen und zu bekämpfen: Jede Zystitis hat ihre eigene Ursache - und muss in der Folge anders behandelt werden“, sagt Rosanna Piancone. Sie war jahrelang selbst betroffen und wurde ebenso lange erfolglos therapiert. Also machte sie sich selbst schlau und gibt heute ihre Erkenntnisse an andere Frauen weiter (eigene Meldung).Laut Piancone gibt es 4 Arten:

 

Die bakterielle Zystitis

batteri coliDie klassische Blasenentzündung ist eine Reaktion auf eine Infekion durch Krankheitserreger. Durch die Entzündung, die die Schmerzen verursacht, versucht der Körper, den Eindringling unschädlich zu machen. Vor allem für die von Bakerien verursachte Zystitis sind Schmerzen beim Wasserlassen charakteristisch.

 

Asymptomatischen Bakteriurie

Bei der asymptomatischen Bakteriurie liegen harmlose Bakterien im Urin vor, die aber nicht in der lage sind, eine Entzündung auszulösen. In diesem Fall lieg keine Zystitis vor; folglich ist auch keine Therapie notwendig. “Diese Bakterien schützen uns vor aqgressiveren Erregern, die tatsächlich in der lage sind, eine bakterielle Zystitis hervorzurufen”, sagt Piancone.

 

Zystitis ohne Bakterien

Eine dritte Form ist die Zystitis ohne Bakterien. Die Blasenentzündung wird von nicht infektiösen Faktoren ausgelöst: Harnsteinen, Harngrieß, einem erhöhten Harnsäurespiegel oder anderen Ablagerungen. Auch in diesem Fall reagiert der Körper mit einer Entzündung - Schmerzen sind die Folge.

 

Nicht-Zystitis

vulvodinia orchideaUnd schließlich gibt es noch die Nicht-Zystitis, die laut Piancone sehr verbreitet ist. Dabei liegen weder Bakterien noch eine Entzündung vor, sondern meist eine Vulvodynie: Schmerzen an den äußeren Geschlechtsorganen der Frau. Diese können auch in tiefere Bereiche der Scheide, der Harnwege, des gesamten Beckenbodens und des Analbereichs ausstrahlen. Die Ursachen dafür sind meist unklar, häufig handelt es sich um eine Überreaktion der Nerven, die schwer diagnostizierbar ist. “Häufig werden Frauen deshalb vertröstet oder die Schmerzen als psychisch bedingt abgetan”, weiß Piancone.

 

Herausfinden, worunter man leidet, kann jede Frau selbst - mit Hilfe eines einfachen Urin-Stick. Das sei zeit- und kostensparender als Laboruntersuchungen und verschaffe ebenso Klarheit, erklärt Piancone. “Der Stick ermittelt 11 Werte, von.denen Leukozyten und Nitrite am wichtigsten sind”. Bei einer Entzündung steigen die Leukozyten an, Nitrite im Harn weisen auf Bakterien hin. Folglich: Bei Vorliegen von Nitriten und Leukozyten liegt eine bakterielle Zystitis vor, nur Leukozyten deuten auf eine nicht-bakterielle Zystitis hin, nur Nitrite auf eine asymptomatische Bakteriurie, und liegen weder Nitrite noch Leukozyten vor, handle es sich nicht um Harnwegsprobleme, sondern um andere Ursachen, wie eine Vulvodynie.

Die gute Nachricht: Blasenentzündungen, auch wenn sie chronisch geworden sind, lassen sich behandeln - wenngleich nicht mit den herkömmlichen Mitteln: Antibiotika zerstören nicht nur die krankmachenden, sondern auch die schützenden Bakterien, sagt Piancone. “Sie schwächen unser Immunsystem, zerstören die Darmflora und fördern resistente Bakterien - sie schaffen also die Voraussetzungen für ständige Rückfälle”. Auch Preiselbeer-Extrakte seien nicht so gut wie ihr Ruf.” Entscheidend ist ein Wirkstoff, die Proantocianidine, die sich an die Bakterien heften und diese daran hindern, sich in der Blase festzusetzen. Allerdings enthalten nahezu alle Preiselbeer-Produkte zu wenig von diesem Wirkstof”, erklärt Piancone. Sie appelliert daran, nicht die Bakterien zu bekämpfen, sondern deren Ursachen, die vielfältig sein können.
D-Mannose, die zu 100% aus proanthocyanidinähnlichen Substanzen besteht, ist viel besser.Auch für die Akut-Phase hat sie Tipps.

 

Von Dolomiten Samstag 13 Mai 2017

Hilfe für Akut-Phase

  • mannosio cucchiainoD-Mannose ist ein natürlich vorkommender Zucker,der aus Harthölzern wie der
    Birke gewonnen wird. Dieser Zucker ist - mehr als Preisel-beeren - in der Lage, die Bakterien daran zu hindern, sich
    in der Blase anzusiedeln und
    zu vermehren.
  • Laktoferrin ist ein Eiweiß, das in der Muttermilch und entsprechenden Produkten enthalten ist und starke antibakterielle und antimykotische (gegen Pilze) Wirkung hat. Es ist somit ein natürliches Antibiotikum, das effektiv Bakterien und Pilze bekämpft - ohne die Nebenwirkungen des synthetischen Medikamentes.
  • Auch Wärme hilft. Sie entspannt die Muskeln und lindert den Schmerz. Die Wärmflasche zwischen den Beinen wirkt also Wunder.
  • Und schließlich helfen auch einige Heilpflanzen wie Malve oder Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) - als Tee zubereitet.

 

Von Dolomiten Samstag 13 Mai 2017

Wer sind wir?

Nuovologo nero 800 3Wir sind ein sozialer ONLUS Verband bestehend aus Frauen mit Erkrankungen des Uro-Genitaltraktes, welche sich auf freiwilliger Basis aktiviert haben, um Frauen mit denselben Problemen zu unterstützen.
Wir beschäftigen uns mit der Gesundheitserziehung zur Förderung der weiblichen Gesundheit und der Vorsorge von Beckenerkrankungen durch Informationsbroschüren, Web-Seiten, Veranstaltungen und Konferenzen.

 

Ziele

Unser Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der weiblichen Intimsphäre zu fördern, anhand von Kentnissen des Uro-Genital-Apparates, der damit omino puzzleeinhergehenden Problematiken und der Modalitäten sie gesund zu erhalten.

Unser Forum ist gedacht als Auffangbecken, für all jene Frauen, die sich unverstanden und alleingelassen fühlen, aufgrund der Chronifizierung ihrer Erkrankung. Bei uns bekommen sie moralische Unterstützung und praktische Beratung.

 

Wie entstand der Verband?

Ich bin Rosanna Piancone, eine Berufskrankenpflegerin, war in der Vergangenheit jahrelang von Blasenentzündung geplagt und hatte das Bedürfniss und den Wunsch meine Erfahrungen anderen Frauen, welche noch unter diesen chronischen Erkrankungen leiden, zur Verfügung zu stellen, um sie auf ihrem Erkenntnis- und Genesungsweg zu unterstützen.

 

Unterstütze uns

solidarietaDa wir ein Non-Profit Verband sind, finanzieren wir unsere Aktivitäten durch die Beiträge unserer Mitglieder, durch freiwillige Spenden, mit den 5% der Steuererklärungen und den Patenschaften.

Unterstützen Sie unsere Sache. Wir bedanken uns sehr herzlich dafür!

Was ist eine Zystitis?

psicologia cistiteEine Zystitis oder Blasenentzündung ist eine Entzündung der Harnwege (die Endung –itis beschreibt immer eine Entzündung, wie z.B. Gastritis, Faringitis, Tonsillitis u.s.w.) Es handelt sich um eine extrem häufige Erkrankung, die an zweiter Stelle nach den Infektionen der Atemwege steht (worunter die klassischen Erkältungen und alle Formen grippaler Infekte gemeint sind).

 

Wer sind die Betroffenen?

Die Blasenentzündung befällt Erwachsene ebenso wie Kinder und Senioren. Im gebärfähigem Alter sind die Frauen am häufigsten betroffen. Wo volantinohingegen es in der frühen Kindheit und im Alter kaum epidemiologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. In der Tat ist die Wahrscheinlichkeit eine Zystitis zu entwickeln bei Kinder, aufgrund der Unreife der Harnwege und bei Senioren aufgrund des Anstiegs der Prostataerkrankungen, unabhängig vom Geschlecht, gleich groß.

 

Die Symptome

Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr individuell. Die häufigsten sind:

  • Dysurie (Schwierigkeiten zu urinieren)
  • Strangurie (Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Tenesmus (Gefühl einer schweren Blase und das Gefühl dauernd urinieren zu müssen auch wenn man gerade eben auf der Toilette war)
  • Hämaturie (Blut im Urin)

Weniger häufige Symptome sind:

  • Durchfall
  • Schmerzen in den Beinen
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Erschöpfung

Die Ursachen

Blasenentzündungen können verschiedene Ursachen haben. Das sind die häufigsten:

  • Infektiöse Ursachen (Bakterien, Viren oder Pilze). In diesem Fall handelt es sich um eine Harnwegsinfektion (HWI).batteri
  • Entzündliche Ursachen (Bakterien sind nicht vorhanden). In diesem Fall redet man von einer nichtbakteriellen Zystitis, das heisst, eine Entzündung die nicht von pathologischen Keimen verursacht wurde, sondern von irritierenden Faktoren für die Harnwege: zu viel Säure im Urin, in der Nahrung oder in den Getränken, Oxalate oder Kristalle im Urin (diese kratzen an den Wänden der Blase und der Harnröhre), u.s.w.
  • Dann gibt es Fälle, in denen eine (auch sehr massive) Anwesenheit von Bakterien keine Entzündung hervorruft. In diesem Fall spricht man NICHT von Zystitis, sonden von einer asyntomatischen Bakteriurie, was bedeutet, dass man sie nicht behandeln muss, außer in ganz seltenen Fällen, weil sie keine Schäden anrichten und keine Symptome hervorrufen.
  • In diese letzte Kategorie der Zystitis fallen alle jene Krankheitsbilder die fälschlicherweise als Zystitis eingestuft werden, wie eine Zystitis behandelt werden, da sie es aber nicht sind heilen sie auch nicht mit den traditionellen Therapien. In diesen Fällen hat die Blase keine Probleme und der Harn ist perfekt. Zu diesen Kategorien gehören die Vulväre Vestibulitis, die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur, die Becken Neuropathie, die Pudendusneuralgien, die chronischen Unterbauchsschmerzen, die interstitielle Zystitis. Es scheint fast unwahrscheinlich, aber die meisten “Zystitisbeschwerden” gehören dieser Kategorie an. Die verfehlte Diagnose dieser Beschwerden (leider sehr frequent, weil sie der Klassischen Medizin unbekannt sind) führt zur dauernden und unnützen Einnahme von Antibiotika, zu Dutzenden von unbefriedigenden ärtzlichen Visiten, zur Degeneration und Chronizität eines Problems, das sich in kurzer Zeit lösen würde, wenn es gleich erkannt würde.

Der Verlauf der wiederkehrenden Blasenentzündungen

Der klassische Weg den Menschen, die an wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden, gehen ist folgender: Ausbruch der ersten Blasenentzündung, Antibiotikum, erneute Blasenentzündung, erneute Antibiotikaeinnahme, das Immunsyatem wird geschwächt, die gesunde Bakterienflora von Darm und Vagina wird zerstört, wieder Einnahme von Antibiotika und Antipilzmitteln. Es findet eine Sensibilisierung der Vulva- und Vaginaschleimhaut statt, was Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zur Folge hat, weitere Blasennentzündungen mit sich bringt, die wiederum erneute Antibiotikaeinnahmen mit sich ziehen. Die Schlaufe scheint unendlich zwischen Arztvisiten, invasiven Untersuchungen, Fachvisiten, finanziellen Verlusten, unerfüllten Erwartungen, immer häufigeren Blasenentzündungen bis hin zum dauerhaften Schmerz auch in Gegenwart von sterilem Urin.
ossigenoEs entsteht ein Teufelskreis der sich von selbst ernährt und die Zystitis wird nur ein Syntom eines verlorenen Gleichgewichtes.
Eine Zone die sich wiederholt entzündet, entwickelt neue Nervenfasern, die der Erkennung von Schmerzen, Kälte, Hitze und Säure dienen. Das hat zur Folge, dass jede Stimulation vergrössert wird und Dinge, die einer Frau mit einer gesunden Blase nichts ausmachen würden, bei jemanden der an wiederkehrenden Blasenentzündungen leidet, Schmerzen hervorruft. Deswegen werden Elemente die es sonst nicht wären, irritierend: eine saure Ernährung, ein Lebensmittel reich an Oxalaten, Abfallprodukte die durch die Nieren ausgeschieden werden, Getränke mit Kohlensäure, Alkohol, Kälte, ein konzentrierter Urin, eine sehr geringe Keimbelastung u.s.w. Aus diesem Grund ist es möglich, dass auch in Abwesenheit von Bakterien, die Symptome einer Harnwegsinfektion vorhanden sein können.
Die wiederholten Schmerzen und die Angst davor, lösen einen Verteidigungsmechanismus aus, welcher macht, dass sich die Beckenbodenmuskulatur anspannt. So wie am Ende des Harnlassens der Schmerz ein Zusammenziehen der Muskulatur zur Folge hat, welcher den Urinfluß unterbricht, gleichermassen tendiert man unbewusst und unfreiwillig die Muskulatur ständig anzuspannen.

 

Die Zystitis als Konsequenz der Anspannung der Beckenbodenmuskulatur

Der Beckenboden ist wie eine horizontale Hängematte, durch die die Harnröhren ( die “Schläuchlein” welche die Blase mit der Aussenwelt pavimento pelvicoverbinden), der Vaginalkanal, das Rektum, die Nerven, die Blutgefäße, durchgehen.
Durch die Anspannung der Beckenbodenmuskulatur wird die Harnröhre zusammengedrückt, sodaß der Harnfluß erschwert und geschwächt wird. Das unvollständige Entleeren der Blase und der Harnstau geben den Bakterien vermehrt Zeit, sich zu reproduzieren.
Die verspannte Muskulatur erzeugt während dem Geschlechtsverkehr vermehrt Reibung, was Schmerzen (Dyspareunie) und Microlesionen der Scheidenschleimhaut verursacht. In diesen kleinsten Verletzungen nisten sich die Bakterien (fast immer aus dem Darm kommend) ein und vermehren sich, da sie ein ideales Milieu vorfinden (in einer intakten Schleimhaut ist das weniger möglich). Von da aus beginnen die neuen Kolonien die nahe Harnröhre zu erobern um bis in die Blase vorzudringen. Dafür brauchen die Erreger ca. 24 bis 72 Stunden. Das erklärt, warum die sogenannte Flitterwochenzystitis (oder postcoitale Zystitis) ein, zwei oder drei Tage nach dem Verkehr auftritt.
Die Nerven, welche unsere Uro-Genitalorgane befehlen und den Schmerz ans Gehirn weiterleiten, sind durch die Anspannung der Muskeln und durch die Überstimulierung der chronischen Entzündung überfordert und senden veränderte Botschaften: akuter Schmerz (auch in Abwesenheit realer Störfaktoren), Völlegefühl der Blase auch wenn sie leer ist, häufiger Harndrang, Jucken im Genitalbereich.
Der angespannte Enddarmbereich wird die Darmentleerung erschweren. Die Ansammlung von großem und hartem Kot wird die Nerven und die angespannte Muskulatur noch weiter reizen.
Die zusammengepreßten Blutgefäße erlauben Blase und Genitalorganen keine ausreichende Ernährung und Sauerstoffversorgung, was sie zu schwachen, irritierten und entzündungsanfälligen Organen macht. Zusätzlich haben die Blutgefäße die Aufgabe alle lokalen Abfallprodukte zu sammeln und sie zu den Filtern (wie z.B. der Leber) zu bringen, welcher sie unter den gegebenen Umständen nicht mehr nachkommen können und die Ansammlung der Schadstoffe verschlechtert den Zustand des Organs.
So wird verständlich, wieso die Antibiotikaterapie nicht greifen kann, da sie ja nur eines der Symptome des aus dem Gleichgewicht geratenen Beckenbereiches bekämpft (die Bakterien). Gleichzeitig erschafft sie die idealen Bedingungen damit sich die nächste wiederkehrende Harn- und Vaginaentzündung (häufig treten diese zusammen auf) ausbreiten kann.

 

Behandlung der Zystitis

Tradizioneller Therapieansatz

mannosio posologiaDer tradizionelle Therapieansatz ist grundsätzlich zerstörerisch, da er die in der Blase und Vagina vorhandenen Bakterien vernichtet. Leider zerstört er nicht nur die krankmachenden Bakterien, sondern auch die für den Körper wichtigen Bakterien und andere Zellen. Gleichzeitig wird auch das Immunsystem geschwächt, was die Möglichkeit von erneut auftretenden Rückfällen erhöht.
Ein effizienterer Ansatz sollte aufbauend sein, das geschwächte Immunsystem stärken und verschiedenen Aspekte berücksichtigen, damit der bestehende Teufelskreis unterbrochen wird.

Ein therapeutischer Ansatz, welcher die rezidivierende Zystitis vorbeugt, sie auf natrürliche Weise und komplett behandelt.

  • D-Mannose einnehmen. Das ist ein Zucker, aus der Rinde von Laubbäumen (wie Lärche) gewonnen, der sich an die Füßchen der Bakterien bindet und somit verhindert, dass sich diese an den Wänden der Blase anhaften. Ohne diese Anhaftung bildet sich keine Entzündung. Ohne Entzündung entsteht kein Schaden an der Blase und ohne Schaden gibt es keine Syntome. In diesem Fall verwandelt sich die Zystitis in eine Bakteriurie, mit unschädlichen, frei im Urin fluktuierenden Keimen, welche dann mit dem Urin ausgeschieden werden
  • Die verkrampfte Muskulatur entspannen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: man kann synthetische Muskelrelaxtantien einnehmen und/oder natürliche Mittel einsetzen wie: Magnesium, Wärmezufuhr über warme Bäder, Termalbäder, Wärmflaschen, wollene Unterwäsche u.a.m. Die intravaginalen Massagen, von erfahrenen Professionisten des Gesundheitswesens ausgeführt, das Hata Yoga, die Kegelübungen (wobei man die Zeiten der Entspannung erhöht und die der Kontraktionen verringert), die Zwerchfellatmung, die TENS (Transcutaneous Electrical Nerve Stimulato, wirkt gegen die Schmerzen) und die SEF.
  • Während des Geschlechtsverkehrs ein vaginales Gleitmittel verwenden um die Reibung und die Microlesionen zu vermeiden. Viele der im Handel erhältlichen Produkte sind jedoch sehr irritierend für die zarte Vaginalschleimhaut.
  • Regulierung der Darmfunktion und Ausgleich der Dysbiose durch Milchsäurebakterien, eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Wasserzufuhr und tägliche Bewegung.
  • Wiederherstellung der Vaginalflora durch Anwendung vaginaler Laktobazillen. Das Intimwaschmittel mit D-Mannose ist natürlich und enthält Mannose und Weichmacher, heilende und lindernde Eigenschaften. Eine alternative Lösungsmöglichkeit ist das Einführen von Scheidenzäpfchen oder noch einfacher wäre Naturyogurt ohne Zuckerzusatz.
  • Die Intimwaschmittel nur für die Analzone nach dem Stuhlgang verwenden, für den Genitalbereich reines Wasser bevorzugen. Auch das natürlichste Waschmittel verändert den Ph- Wert der Vagina und riskiert das Überleben der nützlichen Bakterien. Das mechanische Waschen schwemmt automatisch die verbleibende Darmflora aus, ebenso wie die wichtigen Vaginalsekrete, die reich an antibakteriellen Substanzen sind, was wiederum an das Gehirn die Botschaft sendet, dass zuwenig Sekret vorhanden ist, was zur Folge hat, dass der Körper mehr Sekret produziert. Diesem Sekret fehlt allerdings die wohltätige Wirkung der nützlichen Laktobazillen, sodass das Sektret stärker und markanter riecht. Folglich je mehr man sich wäscht, desto stärker wird das Bedürfniss es zu wiederholen (mit grosser Befriedigung der Hersteller dieser Intimprodukte.
  • Syntetische Binden und Slipeinlagen mit jenen aus Baumwolle ersetzen (waschbar oder zum einmaligen Gebrauch) und/oder ein Divacup benutzen. Die syntetischen Einlagen lassen die Haut nicht atmen, weichen sie auf und fördern das Wachstum der pathogenen Keime. All dieses steigert den vaginalen Ausfluss und wie bei den Waschmitteln erhöht die Benutzung der syntetischen Binden und Slipeinlagen das Bedürfnis diese zu gebrauchen (Lines bedankt sich!)
  • String-Tanga beseitigen, syntetische und farbige Unterwäsche, enge Hosen oder im Schritt zu eng anliegene Kleidungsstücke vermeiden, da sie durch die Reibung und das Einzwängen die delikaten Schleimhäute irritieren.
  • Beseitigen Sie die Hormontherapie Estrogen-Gestagen ( die Pille, Pflaster, Spirale, Ring uws.) und bevorzugen sie natürliche Methoden wie: das Kondom, die fruchtbaren Tage messen, den Baybycomp, Ladycomp und Pearly. Die synthetischen Hormone verändern den Ph-Wert der Scheide, behindern das Überleben der Laktobazillen, erhöhen die Trockenheit der Scheide, verringern die Bildung der Sekrete, welche wichtige natürliche antibakterielle Substanzen enthalten. Sie erhöhen die Gefahr von Microlesionen während dem Geschlechtsverkehr, fördern Candidainfektionen und von Darmbakterien (um nur die Schäden des Uro-Genitalbereiches zu nennen, aber das sind nicht die einzigen und auch nicht die Schlimmsten).

 

Meine Heilung

Durch Befolgen dieses therapeutischen Ansatzes habe ich es geschafft meine chronische Zystitis definitiv zu besiegen. Meine letzte Zystitis hatte ich im Januar 2006, ein Datum das ich nie vergessen werde, weil es meine Neugeburt darstellt. Seit damals setze ich mich dafür ein, dass meine Erfahrung als Beispiel und Hilfe allen Frauen, die an dieser quälenden Störung leiden, zugänglich gemacht wird.
Die Informationen, die ich auf den verschiedenen Webseiten fand, schienen mir unzulänglich und manchmal auch nicht korrekt. Die unterschiedlichen Foren die ich konsultiert habe ließen mich unbefriedigt und mit dem Gefühl, dass sie keine Kontinuität hatten und keinen roten Faden.
So habe ich mich entschieden eine Webseite ausschließlich für die Zystitis einzurichten, einen Verband  und ein entsprechendes Forum, wo die Informationen nach Themen organisiert sind, und wo unter den Frauen eine Vertrautheit entstehen kann, damit die eingeschriebenen Mitglieder sich über ihre Beckenprobleme austauschen und trösten können. Frei von ungerechten sowie schädlichen Vorurteilen, mit denen die Gesellschaft sehr subtil die weibliche Sexualität und alles, was diese sehr wichtige anatomische Zone betrifft, tabuisiert.

Geschrieben von Rosanna Piancone

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